Die Lehre von Yin und Yang ...

... ist sowohl universelles Ordnungsprinzip, in dem die Erscheinungen der Welt als zugleich polar entgegengesetzt und aufeinander bezogen begriffen werden, wie auch Schöpfungssystem, das aus der Dynamik zwischen den Polen entsteht.

Unter anderem bedeutet es, dass:

der Keim des einen bereits im anderen enthalten ist
das eine nicht ohne das andere sein kann
es keinen Stillstand gibt; aus Yin wird Yang, aus Yang wird Yin
die jeweiligen Pole nur relativ gelten, nicht absolut
keiner der Pole besser oder schlechter ist als der andere

Ganzheit entsteht, indem der ewige Wandel zugelassen wird und beide Pole ihren Platz erhalten - gleichberechtigt und gleichwertig. Statt Dualität herrscht Verbundenheit;  statt Trennung herrscht das Wissen um das Gemeinsame in ihnen.

Für die Ganzheit von Frauen bedeutet es einerseits, dass weibliche und männliche Aspekte nicht als entgegengesetzt begriffen werden, sondern als aufeinander bezogen. Andererseits beziehen sich beide auf etwas Höheres, das beiden Polen innewohnt.

Auf diese Weise kann die taoistische Lehre von Yin und Yang zu einem neuen ganzheitlichen Verständnis des Lebens und des Seins führen.